Lernbüro

Eine tabellarische Übersicht ist unter Lernbürokonzept an der Gesamtschule Höhscheid zu finden.

Im Lernarrangement (Begriffserklärung) Lernbüro sind die Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik verortet. Zur Orientierung des Lernens in diesen Fächern sind in den Kernlehrplänen (Begriffserklärung) des Landes NRW die Fachkompetenzen systematisch aufeinander aufbaut. Um das schrittweise Lernen zu verdeutlichen, haben wir die landesweiten Kompetenzerwartungen in Kompetenzraster (Beispiel Englisch) überführt. Ein Kompetenzraster ist eine Tabelle in deren ersten Spalte unterschiedliche (Teil-) Kompetenzen aufgeführt werden. Hier geht es um das was gekonnt werden soll. In der horizontalen Ebene werden Kompetenzausprägungen dargestellt. Es geht darum, wie gut es gekonnt wurde. So wird ein Entwicklungshorizont abgesteckt, in dem in differenzierter Weise der Weg beschrieben wird, und zwar von einfachen Grundfähigkeiten bis hin zu komplexen Fähigkeitsstufen. Ein erfolgreicher Lernprozess kann als ein horizontales Voranschreiten in der Kompetenzrastertabelle sichtbar gemacht werden. Anders ausgedrückt, jedes Kind hat seinen individuellen Leistungsstand, der einer bestimmten Lernstufe bzw. Kompetenzrasterfeld entspricht. Die individuell ausgefüllten Kompetenzraster führen die Kinder im Lernplaner immer bei sich. Damit besteht jederzeit Transparenz über den individuellen Könnensstand. Leistungsüberprüfungen werden ebenfalls in das Kompetenzraster eingetragen.

Um einen Kompetenzzuwachs zu erlangen, müssen Lernerinnen und Lerner sich aktiv und individuell damit beschäftigen. Nur so kann eine neue neuronale Verknüpfung im Gehirn angelegt werden. Dies gelingt mit kompetenzfördernden Lernaufgaben. Lernerinnen und Lerner erarbeiten sich eigenständig in ihrem eigenen Lerntempo ihre Kompetenzen (Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen). Dabei erhalten Sie im Sinne der Binnendifferenzierung (Begriffserklärung) ein Angebot von verschiedenen Lernaufgaben, aus denen sie nach individuellen Interessen und Fähigkeiten auswählen können. Alle Lernaufgaben zu einem Kompetenzrasterfeld sind in einem Lernjob gesammelt. Die Arbeitspläne für die einzelnen Kompetenzbereiche liegen zum Beginn des Schuljahres weitgehend vor, so dass die Kinder eine reelle Möglichkeit der Selbstbestimmung von Thema, Zeitpunkt und Arbeitstempo haben.

Zu Beginn von Lernbüroeinheiten können fachspezifische Grundlagen trainiert werden. In Deutsch kann der Satz des Tages nach Rechtschreibung und/ oder Grammatik untersuchtwerden. In Englisch kann in der „Sprachdusche“ eine intensive Kommunikationsphase stattfinden. In Mathematik können Kopfrechenaufgaben, Begriffsdefinitionen usw. geübt werden. Danach formulieren die Schülerinnen und Schüler Ziele für die kommende Arbeitsphase(n) und planen ihr Handeln. Dann beginnt die eigentliche Arbeit in den Lernjob.  Am Ende reflektiert (Begriffserklärung) die Lengruppe dievorher formulierten  Ziele und den derzeitigen Arbeitsstand. Dabei kann die Lehrkraft auf verschiedenen Wegen Rückmeldungen geben.

Wenn ein Lernjob bearbeitet wurde, meldet sich das Kind bei der Lehrkraft zum Test/ zur Klassenarbeit an. Ziel ist es, die Kinder selbst den Zeitpunkt für die Überprüfung bestimmen zu lassen und eine gewohnte Situation beizubehalten. So wird der Druck und die Angst vor einer Überprüfung auf ein Minimum reduziert. In bestimmten Fällen ist es notwendig, die Kinder zur Überprüfung zu ermuntern bzw. Klassenarbeiten müssen bis zu einem Stichtag geschrieben werden. Nach Möglichkeit liegen für die Überprüfungen zwei verschiedene Varianten vor, so dass ein Kind bei Wiederholung der Überprüfung nicht exakt dieselbe bearbeitet.

Am Anfang einer Woche planen die Kinder für die neue Woche mit smarten Zielen (Begriffserklärung), die Ausgangspunkt ihrer Entscheidung für das entsprechende Lernbüro an den einzelnen Tagen ist. Grundlage der Wochenziele sind die Kompetenzraster (Begriffserklärung) und Lernjobs. Die Kinder entscheiden also selbstständig mit dem Lernplaner, in welchem Lernbüro-Fach sie an einem Tag arbeiten. Besuchsfrequenz der jeweiligen Lernbüros wird auch von den Klassenlehrer/innen und den Fachlehrer/innen im Auge behalten; die Fachlehrer/innen führen Anwesenheitslisten für ihr Lernbüro. Wenn ein Kind selten oder sehr häufig in einem Lernbüro ist, kann es aufgefordert werden, die andern Lernbüros angemessen zu besuchen.

Vor der Lernbürostunde holen die Kinder Ihre Materialien aus ihrem Spind. Dann gehen sie zu ihrem Wunschlernbüro, so dass sie pünktlich zum Unterrichtsbeginn dort ankommen. Wenn ein Lernbüro überfüllt sein sollte, entscheidet die Lehrkraft, welche Kinder wechseln müssen. Grundlage für diese Entscheidung ist eine Übersicht, die auflistet, wie der individuelle Arbeitsstand in den Fächern ist.

Das Lernbüro wird systematisch mit einem Kompetenzerwerbsschema Lernkompetenz eingeführt. Grundlage hierfür ist ein Kompetenzraster der Lernkompetenz. Neben dieser curricularen Ebene, werden die Lernkompetenzen bedarfsorientiert in vielen Wiederholungsschleifen mit dem Teampinboard eingeführt. Danach folgt die individuelle Ebene durch die Beratungstage und das Lerncoaching (Begriffserklärung).

Die Beschreibung des Lernbüros macht deutlich, dass die Rolle von Lehrkräften sich verändert. Sie sind viel mehr Lerncoaches als Wissensvermittler. Damit werden der Unterrichtsgegenstand und dessen Bewältigung ins  Zentrum gestellt sowie die Beziehungen, die die Lernenden dazu haben oder entwickeln. Die Lehrkraft unterstützt die Lernenden die Lernziele zu erreichen. Dies gelingt ihr, indem sie geeignete Lernarrangements (Begriffserklärung) anbietet und weniger eine perfekte Unterrichtsperformance aus Lehrerperspektive entwickelt. So entstehen individuelle Lernorte durch die Öfnnung des Unterrichts (sozial, orgnisatorisch, inhaltlich, methodisch). Die Lernenden erfahren dabei ihre Selbstwirksamkeit. Dafür sind Rückmeldungen von der Lehrkraft, der Lerngruppe und Selbstreflexionen über den Lernstand von besonderer Bedeutung. Lösungs- und stärkenorientierte Beratungssettings (Begriffserklärung) beim Entwickeln persönlicher Lernkompetenz (Begriffserklärung) verstärken diese Erfahrungen.